Nein zur Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!»

Die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!» klingt auf den ersten Blick einfach und nachvollziehbar. Tatsächlich wird sie die Schweiz jedoch wirtschaftlich, gesellschaftlich und politisch stark schwächen.

Die Schweiz ist heute auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen. Seit Jahren fehlen Arbeitskräfte in zentralen Bereichen wie Gesundheitswesen, Pflege, Industrie, Forschung, Informatik, Bau und besonders auch im Tourismus.
Gerade in Berg- und Tourismusgemeinden wie Grächen arbeiten viele ausländische Fachkräfte in Hotels, Restaurants, Bergbahnen oder Dienstleistungsbetrieben und auf dem Bau. Ohne sie funktioniert der Tourismus nicht mehr.

Die Initiative verlangt starre Bevölkerungsgrenzen. Die Realität lässt sich jedoch nicht mit einer fixen Zahl steuern. Was passiert, wenn die Schweizer Wirtschaft plötzlich mehr Fachkräfte braucht? Welche Branche soll dann verzichten – Pflege, Bau, Gastro oder KMU? Solche Fragen beantwortet die Initiative nicht. Gleichzeitig geraten bereits heute AHV und Sozialwerke wegen der Demografie massiv unter Druck. Weniger junge Erwerbstätige verschärfen dieses Problem zusätzlich.

Gerade ältere Menschen und Rentner müssen sich bewusst sein, dass sie mit einer Annahme der Initiative ihre eigene AHV mitgefährden werden. Die Sozialwerke sind darauf angewiesen, dass genügend Erwerbstätige Beiträge einzahlen. Wenn später Rentenkürzungen oder höhere Abgaben drohen, wird man kaum sagen können: «Hätten wir das gewusst….»

Besonders problematisch ist, dass die Initiative indirekt die Kündigung der Personenfreizügigkeit mit der EU erzwingen wird. Damit wären die Bilateralen Verträge I gefährdet – also genau jene Abkommen, die der Schweizer Wirtschaft den Zugang zum europäischen Markt sichern. Auch die Zusammenarbeit im Schengen- und Dublin-Raum wäre infrage gestellt.

Gerade beim Thema Asyl zeigt sich, dass nationale Alleingänge keine Lösung sind.
England ist nicht Teil des Schengen-Raums und kämpft trotzdem seit Jahren mit grossen Problemen bei der Migration und beim Asylwesen. Das zeigt klar: Isolation löst die Herausforderungen nicht. Europa muss in Sicherheits-, Grenz- und Asylfragen zusammenarbeiten. Die Initiative geht deshalb in die falsche Richtung.

Die Schweiz braucht Lösungen für Wohnraum, Infrastruktur und Umweltbelastung. Die wirklichen Herausforderungen liegen zudem ganz woanders: steigende Gesundheitskosten, Pestizide im Wasser, PFAS, Mikroplastik, Klimaveränderung, Energieversorgung oder der Verlust der Biodiversität und extrem wichtig: Zusammenarbeit mit Europa, gerade was das Asylwesen anbelangt und die Gefahren durch die ausufernden Grossmächte wie Russland, USA, China und Co. Hier braucht es konkrete Lösungen und langfristige Strategien.

Stattdessen wird die Ausländerfrage, mit der Darstellung der Ausländer als hochkriminelle Täter oder wirtschaftliche Schmarotzer, immer wieder politisch ausgeschlachtet. Damit wird von den eigentlichen Problemen abgelenkt, während langfristige Lösungen auf der Strecke bleiben und die Schweiz so nach und nach zerstören. Das ist keine Demokratie mehr, sondern das ist Diktatur der Dummen.

Die Initiative gefährdet Arbeitsplätze, Wohlstand, die AHV und die internationale Zusammenarbeit der Schweiz.

Deshalb ist ein Nein nicht nur sinnvoll, sondern zwingend.

neo Grechu
Mai/2026

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